Porträts ehemaliger Studenten

Aus der ganzen Welt sind sie gekommen, aus allen Kontinenten. Ich erinnere mich an zwei Südafrikaner, einer war weiß, der andere schwarz, zufällig saßen sie im gleichen Kurs,die an einem heißen Sommertag im Schulhof einen Regentanz aufführten, unser Direktor kam heraus und lächelte. 
Ich erinnere mich an das Kleeblatt Sinan, Anneli und Hamada, später haben Sinan und Anneli geheiratet und sind nach Schweden gezogen. An die türkische Mutter, die mir einen Brief schreibt und sich bedankt, dass ich ihren Buben unterrichtet hätte. Zwei Jahre später sitzt seine Schwester in meinem Kurs – irgendwie kennen wir uns schon. Oder an Rowolson aus Haiti, der in einer Kurzgeschichte von mir seinen deutschen Onkel entdeckt. 
Traurige Geschichten gab es auch. Ich erinnere mich an Ahmed, der mir die Geschichte seiner Flucht aus dem Irak erzählte. Ich erinnere mich an die unglücklich verliebte blonde Barbara aus Spanien, an die aufgeweckte, reizende Zeljka aus Bosnien, der mitten im Unterricht die Nachricht von ihrem getöteten Bruder überbracht wurde und an Onar aus der Türkei, der sofort ihre Sachen packte, sie um die Schulter fasste und nach Hause begleitete.
Hier möchte ich einige von ihnen vorstellen. 

Salome Tsabutashvili (Georgien)

2 März
salome
Sie hatte einen verwegenen Hut auf und sah immer so spitzbübisch und selbstbewusst drein. Ich hielt sie gleich für eine Künstlerin. Hier kommt Salome mit ihren Eindrücken aus dem Deutschunterricht.

Oleg Kim (Russland)

1 März
Oleg
Oleg war ein wenig älter als die anderen in der Klasse. Ein Erwachsener zwischen all den jungen, zwitschernden Studentinnen und Studenten. Aber gleich wurden Freundschaften geschlossen – immer wieder wunderbar, zu sehen, dass das klappt: die Musikerin aus Polen, die Linguistin aus Japan und ein russisch-koreanischer Student, der BWL studiert und alle ins koreanische Restaurant einlädt.

Divine Delalande (Frankreich)

28 Februar
Divine
Franzosen in der Klasse sind eine Seltenheit, quasi Preziositäten. Und dann auch noch eine Musikerin! Von ihr habe ich erfahren, dass fliegende Cellisten für ihr Instrument einen eigenen Sitzplatz buchen müssen (dafür dann aber auch eine zweite Essensportion erhalten). 

Clarisa Muntean (Rumänien)

27 Februar
Clarisa
Wie viele Gründe kann es geben, Deutsch zu lernen? Studium, Beruf, Liebe. Oder weil man ein Vorbild sein will? Hier kommt Clarisa aus Rumänien und erzählt uns ihr besonderes Motiv für den Deutschkurs.

Nezir Toker (Türkei)

23 Februar
Nezir
Sommer 1991. Ich war erst vier Monate als Dozentin an der Universität und stand vor meiner ersten Abschlussklasse. Eine ganze Reihe von Studenten war recht nervös: Die Prüfung ist schwierig und dann so eine junge Lehrerin ...? Gar nicht nervös war Nezir.

Alice Hsie (Taiwan)

22 Februar
Alice
Im Kurs nannten wir sie "die bezaubernde Alice". Für jeden hatte sie ein Lächeln. Aussehen tut sie wie aus Porzellan, aber das täuscht: Einmal hat sie uns im Park akrobatische Kunststücke gezeigt. Und das schreibt sie.

Jonathan Miller (Kanada)

21 Februar
Jonathan
Als erstes hat er mir erzählt, dass er es in diesem Kurs unbedingt aufs oberste Niveau (C1) schaffen muss, sonst wären Job und Liebe in Gefahr. Als Motivation durchaus ausreichend, fand ich.

Ganna Danishkina (Ukraine)

20 Februar
Ganna
Die Studenten im Abendkurs sind alle berufstätig. Dennoch traben sie nach dem Job noch in den Deutschkurs und strengen sich an. Eine darunter bekommt plötzlich eine Verzweiflungsattacke.

Mustafa Ibrahim (Irak)

16 Februar
2016 kommt Mustafa zu mir als Anfänger in eine Klasse voller Araber – schwierig, dass dann wirklich Deutsch gesprochen wird. Aber sie waren brav und diszipliniert wie die Preußen!

Katarzyna Lutostánska (Polen)

15 Februar
Katarzyna in Hörsaal
Besonders die jungen Osteuropäer haben mich immer wieder überrascht: Dass bei so witzigen jungen Leuten, die genau wissen, was sie wollen, gleichzeitig so viel Sittsamkeit herrscht – speziell gegenüber den Lehrern! Hier kommt Katarzyna aus Polen und ihre Geschichte.
Themen
    Reisebilder
    Ich verreise eigentlich nur, um Freunde zu besuchen oder an meinem Reiseziel zu arbeiten. In den letzten Jahren waren das Orte in Rumänien, Russland, Griechenland und Georgien. Von dort wird es hier Bilder geben und ein wenig Text. Nichts Spektakuläres, nur Innenansichten. Und ganz normale Einheimische.

    Rezensionen
    Wenn mir ein Buch nach 40 Seiten immer noch nicht gefällt, lese ich es nicht weiter, kann es also auch nicht rezensieren. Deshalb stelle ich hier ausschließlich Werke vor, die ich wirklich empfehlen möchte. Oder – seltener – die mich so empört haben, dass ich meine, davor warnen zu sollen. 

    Porträts ehemaliger Studenten
    Aus der ganzen Welt sind sie gekommen, aus allen Kontinenten. Ich erinnere mich an zwei Südafrikaner, die an einem heißen Sommertag im Schulhof einen Regentanz aufführten. Ich erinnere mich an Sinan, Anneli und Hamada, an Ahmed, Barbara und Zeljka, alle ganz verschieden, jeder interessant. Hier möchte ich einige von ihnen porträtieren.