Oleg Kim (Russland)

1 März
Oleg
Oleg war ein wenig älter als die anderen in der Klasse. Ein Erwachsener zwischen all den jungen, zwitschernden Studentinnen und Studenten. Aber gleich wurden Freundschaften geschlossen – immer wieder wunderbar, zu sehen, dass das klappt: die Musikerin aus Polen, der Linguist aus Japan und ein russisch-koreanischer Student, der BWL studiert und alle ins koreanische Restaurant einlädt. Hier kommt er zu Wort:

Nach meiner ersten Reise nach Deutschland habe ich mich entschieden Deutsch zu lernen. Ich war tief beeindruckt von der deutschen Ordnung, Lebensstil und natürlich von der Natur. Noch dazu habe ich damals einen deutschen Geschäftspartner gehabt und konnte mit ihm nicht wirklich kommunizieren. Das hat mich gestört, dass zwei Menschen einander nicht gut verstehen können. Ich habe angefangen Deutsch am Goethe Institut in Moskau zu lernen, jedoch bald verstanden, dass mir das nicht reicht. Deswegen bin ich nach Deutschland gekommen und bin direkt bei den Deutschkursen in München gelandet. Ehrlich gesagt, nach dem ersten Unterricht habe ich Kopfschmerzen gekriegt, weil nach zwei Stunden der deutschen Sprache mein Gehirn die weitere Wahrnehmung der Information fast untersagt hat. Also ganz einfach war es für mich nicht. Nach zwei Monaten, als ich langsam meine Gedanken leichter äußern konnte, ist die Zeit gkommen, die ich genossen habe. Morgens in der Schule, nachmittags und bis zum Schluss  in der Staatsbibliothek (StaBi). 

Nach der DSH Prüfung habe ich mich an einer Hochschule immatrikuliert und zwar im Fach BWL. Also, jetzt ganz im Ernst: Fachsprache muss man genau so lernen wie die deutsche Sprache am Anfang. Diese absolut neuen Begriffe in Mathe, Recht, Management, Psychologie usw.. das war, mit einem Wort - hart! Im ersten Semester war meine beste Note 3,7. Ich war total deprimiert, jedoch im zweiten Semester ist das schon besser geworden und später habe ich dann mehrmals eine 1,0 erreicht. Im kommenden Sommersemester bin ich fertig mit dem Studium. Dann suche ich mir einen Job.

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    Reisebilder
    Ich verreise eigentlich nur, um Freunde zu besuchen oder an meinem Reiseziel zu arbeiten. In den letzten Jahren waren das Orte in Rumänien, Russland, Griechenland und Georgien. Von dort wird es hier Bilder geben und ein wenig Text. Nichts Spektakuläres, nur Innenansichten. Und ganz normale Einheimische.

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    Wenn mir ein Buch nach 40 Seiten immer noch nicht gefällt, lese ich es nicht weiter, kann es also auch nicht rezensieren. Deshalb stelle ich hier ausschließlich Werke vor, die ich wirklich empfehlen möchte. Oder – seltener – die mich so empört haben, dass ich meine, davor warnen zu sollen. 

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    Aus der ganzen Welt sind sie gekommen, aus allen Kontinenten. Ich erinnere mich an zwei Südafrikaner, die an einem heißen Sommertag im Schulhof einen Regentanz aufführten. Ich erinnere mich an Sinan, Anneli und Hamada, an Ahmed, Barbara und Zeljka, alle ganz verschieden, jeder interessant. Hier möchte ich einige von ihnen porträtieren.