Renate K.: Partikel – die oder das?

Liebe Frau Dr.,

ich hätte da eine Frage zum letzten Blogbeitrag. Du schreibst:

"Beide Male kann die schmächtige Partikel vor das Nomen treten. Das verbietet sich, sobald wir ein Pronomen an seine Stelle setzen."

Ich dachte immer, Partikel ist ein Neutrum?

Aber ich hatte nie Latein.

Renate

Liebe Renate,

das passiert öfter mal im Deutschen, dass ein Nomen mit zwei verschiedenen grammatischen Geschlechtern auftritt – und eigentlich macht es uns das Leben mit der Sprache leichter. Dann nämlich, wenn sich hinter einem Laut zwei verschiedene Bedeutungen verbergen. Manchmal müssen wir aus dem Kontext erkennen, ob mit Schimmel ein weißes Pferd gemeint ist oder dieses Zeug auf den Lebensmitteln. Manchmal hilft aber das Genus: das Band (für die Haare oder um den Hals) und der Band (Goethe, Schiller, Marx) im Bücherschrank. Im Plural treten die beiden Worte noch weiter auseinander: die Bänder und die Bände.

Das Partikel bezeichnet ein winziges Teilchen einer Substanz. Der Plural lautet die Partikel.

Die Partikel gibt es nur in der Grammatik, gemeint sind diese kleinen Gebilde wie ja, nein, sehr etc. wie im Blogbeitrag beschrieben. Der Plural lautet hier: die Partikeln.

Aber das ist schon ein wenig Fachchinesisch, kein Wunder, wenn man da ins Grübeln kommt, meine Testleser haben seinerzeit auch gefragt, was das soll.


Angelika



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