Griechisch-deutsches Nesthäkchen – Käthe (Katerina) Antonia Kutz

24 Juni

Käte ist Hamburgerin, klein, blond, und wenn sie spricht, wird alles an ihr Griechisch – das Gesicht, die Hände, sogar die Füße reden so, wie sie es bei Griechen tun. Etwa fünf Jahre hat sie sich in Griechenland herumgetrieben, vor allem in Athen und auf Samothraki, je die (kalte) Hälfte des Jahres in Hamburg verbracht, wo sie in einem Café jobbte, um sich das Geld für den nächsten Sommer zu verdienen. Inzwischen studiert sie im 4. Semester Neogräzistik und Byzantinistik in Hamburg und hat das große Glück, ihr Studium im Rahmen eines Erasmus-Programms für zwei Semester in Thessaloniki fortzusetzen.

Nein, vom Übersetzen lebt sie nicht, es könnte aber eine Option werden, besonders, da sie von Kindheit an eine Leidenschaft für Sprache hat und sich schon zu Kindergartenzeiten (so lange scheint das noch gar nicht her zu sein) nach der Etymologie von herrlich und dämlich gefragt hat – am Ende stammen diese beiden Wörter tatsächlich von Herr und Dame ab? Käthe ist Lebenskünstlerin, man muss sie gesehen haben, wie sie auf ihrem Fahrrad durch die Gassen und Boulevards von Thessaloniki zischt.

Das Verhältnis Deutschland – Griechenland? Ach, die Deutschen, wenn sie über Griechenland herziehen, die sind ja bloß neidisch!

Käthe, was wünschst du dir? Mehr Toleranz für die andersartige Realität der Kulturen und Frieden auf der Welt.

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Für den Workshop hat sie die komplette Geschichte „Αυτοκόλλητο“ („Der Aufkleber“) von Jannis Palavos übersetzt, erschienen in der Erzählungensammlung αστείο („Scherz“) im Nefeli-Verlag in Athen. 

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