Georgien 2017 – Wiedersehen mit Mimino, Flieder und Khachapuri

23 Mai
Ankunft

Im Mai 2017 fliegen meine Freundin Claudia Brendler und ich für zehn Tage nach Georgien. Letzte Gelegenheit, um dort meinen Freund und alten Kollegen Martin Praxenthaler, DAAD-Lektor in Tiflis, zu besuchen. Mit drei Stunden Aufenthalt am Atatürk Flughafen in Istanbul dauert die Reise einen guten halben Tag. Über dem Kaukasus reißt die Wolkendecke auf und gewährt Sicht auf Georgiens schneebedeckte Gebirge und grüne Täler. 

Limoisine

Das Wetter in Tiflis überlegt noch: bewölkt oder regnerisch? Indes werden wir fürstlich abgeholt von Martins neuestem Lieblingsfahrer Irakli und dessen Prachtwagen, einem silbergrauen Mercedes. Die Windschutzscheibe ist zersplittert (trotz baumelndem Heiligenbildchen), dafür besitzt die Limousine sechs Türen! Galant werden sie uns geöffnet. Claudia ist in ihren Cowboystiefeln angereist – mit Sporen! – den georgischen Mann scheint das nicht zu schrecken. 

Ein Rent-a-Car-Betrieb am Wegesrand, der „Mimino“ heißt. Gleich steigt mir die Rührung hoch: „Mimino“ (georgisch „Sperber“, Spitzname des Filmhelden) ist eine Kultkomödie aus der Sowjetzeit (1977) um die bizarre Freundschaft eines georgischen Piloten mit einem Truckfahrer aus Armenien. Und wer hat das Drehbuch geschrieben? Tadaa – meine Lieblingsautorin Victoria Tokariewa. 

Fliederkneipe

Georgisches Essen in der Altstadt mit Bier, Wein, Khachapuri – das sind Käsetaschen, die überaus üppig ausfallen können mit Butter und Ei. Auf allen Tischen stehen Fliedersträuße. Tiflis hat viel zu bieten. Seine Lokale seien schon mal als erstes gepriesen.

Teilen:

Blog abonnieren

Themen
    Reisebilder
    Ich verreise eigentlich nur, um Freunde zu besuchen oder an meinem Reiseziel zu arbeiten. In den letzten Jahren waren das Orte in Rumänien, Russland, Griechenland und Georgien. Von dort wird es hier Bilder geben und ein wenig Text. Nichts Spektakuläres, nur Innenansichten. Und ganz normale Einheimische.

    Rezensionen
    Wenn mir ein Buch nach 40 Seiten immer noch nicht gefällt, lese ich es nicht weiter, kann es also auch nicht rezensieren. Deshalb stelle ich hier ausschließlich Werke vor, die ich wirklich empfehlen möchte. Oder – seltener – die mich so empört haben, dass ich meine, davor warnen zu sollen. 

    Porträts ehemaliger Studenten
    Aus der ganzen Welt sind sie gekommen, aus allen Kontinenten. Ich erinnere mich an zwei Südafrikaner, die an einem heißen Sommertag im Schulhof einen Regentanz aufführten. Ich erinnere mich an Sinan, Anneli und Hamada, an Ahmed, Barbara und Zeljka, alle ganz verschieden, jeder interessant. Hier möchte ich einige von ihnen porträtieren.