Georgien 2017 – Sonntagsspaziergang durch Tiflis

6 Juni
In Georgien gehen die Leute langsamer als in Mitteleuropa. Am Sonntag wird es noch einen Zacken geruhsamer. Die Geschäfte haben auf, Inhaber und Nachbarn sitzen davor im Hof und plaudern, rauchen ein Pfeifchen. 

Verkauft wird auch an der modernen „Alway-Ultra“-Brücke. Hier eher was für die Touristen: Gewürze und Gehäkeltes. Die rosenkranzartigen Teile, die man hier aufgehängt hat, sind übrigens ein typischer georgischer Snack. Dafür werden Nüsse in einen mit Mehl verdickten Früchtesirup gehüllt. Der Sirup erstarrt, dann kann man sich die fertige Nussschnur an den Rucksack oder ans Fahrrad binden. 

Dieser Abend endete dann im Tifliser „Alten Brothaus“, wo man zusehen kann, wie das georgische (köstliche!) Fladenbrot vom Bäcker an die Ofenwände geklatscht wird. Ein Blick gefällig in die Speisekarte dieses ambitionierten Lokals? Die machen hier Suppen aus Kornelkirschen und servieren Kalbsfüße mit Walnuss. 

Hier auf dem Teller sind die Klassiker unter den georgischen Vorspeisen zu sehen: mit Käse gefüllte Pepperoni; Käse, vermischt mit gemahlenen Walnüssen und Spinat oder Roter Bete und diese delikaten Beutelchen rechts im Bild. Die bestehen nicht aus Teig, sondern aus hauchdünnem Käse. Gefüllt werden sie mit – erraten: Käse, allerdings einer anderen Sorte. Das Ganze dann verschnürt mit einem Petersilienblättchen.

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