Bestsellerautorin mit Bodenhaftung – Lucy Fricke

11 Juni

Mitten in unserem Workshop erhalten wir Besuch von Lucy Fricke, aus deren Bestseller „Töchter“ zwei Teilnehmerinnen einen Abschnitt ins Griechische übertragen haben, und beantwortet die Fragen ihrer Übersetzer

- Wie ist das deutsche Wort „Glück“ in ihrem Text aufzufassen, für die Griechen stehen da nämlich zwei Begriffe zur Auswahl (ähnlich den englischen „luck“ und „happiness“).
- Was ist gemeint mit „ohne Job im Rücken“ – ohne Druck oder ohne Rückhalt?
- Wie autobiographisch ist dieser Roman zu verstehen? 
- Und plottet sie ausführlich oder schreibt sie erst mal drauf los?

Ausführlich geht sie auf alle Fragen ein, ohne viel Wind um sich zu verbreiten. Darüber, dass die Drehbuchautorin, die für die Filmfassung herangezogen wird, ein Dreiaktmodell im Buch entdeckt hat, das die Autorin selbst nie vor Augen hatte, muss sie herzlich lachen. 
Man duzt sich, geht zusammen zum Rauchen raus – Lucys neuestes Buch ist ein Riesenerfolg geworden, sie selbst auf dem Teppich geblieben.

Wovon sie lebt? Jetzt tatsächlich vom belletristischen Schreiben. Früher hat sie für Zeitungen gearbeitet, Literaturfestivals veranstaltet.

Ihre Beziehungen zu Griechenland? 2015 ist sie zum ersten Mal nach Griechenland gereist, manche ihrer Freunde attestierten ihr Mut, da doch die griechische Krise schon recht weit gediehen war. Und sie hat sich sofort in dieses Land verliebt. In die Gelassenheit der Menschen, besonders auf den Inseln.

Wie erlebt sie das Verhältnis Deutschland – Griechenland? „Die Deutschen mögen Griechenland, das Land, die Leute. Bei deutschen Politikern sieht das anders aus.“

Lucy, was wünschst du dir? „Die Zeit anhalten. So wie es jetzt ist, ist es perfekt.“

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