David Garnett. Dame zu Fuchs

21 Dezember 2016
Dame zu Fuchs

Der Landlord Mr. Tebricks muss bei einem Spaziergang erleben, wie seine Frau, Mrs. Tebricks, eine reizende und sehr wohl erzogene Dame, sich mir nichts dir nichts in eine Füchsin verwandelt. Und jetzt? Wie weiter?

Für Mr Tebricks bleibt sie mit ihm verheiratet, auch wenn ab jetzt die Rede ist von "seiner Fähe". Dennoch muss er natürlich einige Änderungen vornehmen, etwa im Speiseplan, aber auch Maßnahmen zur Sicherheit seiner Frau ergreifen – schließlich gibt es Hunde und den englischen Landadel, der seine Fuchsjagden genießen will. Ach, hätte doch Mrs Tebrick nicht ganz so erlesene Manieren gepflegt und immerzu mit Messer und Gabel gespeist! Dann wäre es für ihren Gatten jetzt vielleicht leichter, der Füchsin zuzusehen, wie sie auf dem Tisch stehend das Brathuhn mit den Zähnen zerfetzt. Denn immer mehr Fuchs wird aus der Dame. Und immer mehr Opfer bringt ihr verzweifelter Gemahl.

Kafkas "Verwandlung" verfasst mit britischem Humor und allerlei köstlichen kleinen Seitenhieben auf die Vertreter der damaligen Gesellschaft.

Im englischen Original erschienen ist es schon 1922, jetzt liegt es in der – sehr gelungenen – Übersetzung von Maria Hummitzsch vor.

David Garnett. Dame zu Fuchs. Dörlemann 2016, 17,00 €.

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